Klinisches AIDS


Klinisches AIDS

Patientin T. Lebensjahr 37, ist ins Institut für Epidemiologie und Infektionskrankheiten, Bereich AIDS, am 23.02.2003 eingetroffen.

Diagnose: Klinisches AIDS, pneumozystische Pneumonie (Genesung), chronische Bronchitis (des Rauchers), Zustand nach Enzephalitis, Darm- und Atemwegekandidosis, chronische Gastritis bei instabiler Remission, chronische Cholezystitis bei instabiler Remission.

HIV-Infektion wurde 2000 entdeckt. Bis September 2002 wurde Patientin in Moskau behandelt. Ihr erster Aufenthalt im AIDS-Bereich des Instituts für Epidemiologie und Infektionserkrankungen dauerte von 17.09.2002 bis 26.10.2002. Patientin hatte pneumozystische Pneumonie.

Am 23.10 2002 wurde Patientin in die Intensivbehandlungsstation wegen Herpes-Enzephalitis, wo nach einer Spinalpunktion spastische Paraparese und Eileiterneuritis entwickelte, was als Enzephalitis-Folgen betrachtet wurde.

Die Patientin klagte auf konstante Kopfschmerzen, die sich ab und zu stärkten und mit Übelkeit, manchmal Erbrechen, Schwindel und Ohnmacht begleitet wurden. Darüber hinaus hatte Patientin Husten mit Kleinmenge Sputum, Schmerzen an Knochen und Gelenken, Muskelschwäche der unteren Extremitäten (sie konnte sich nur mit Unterstützung bewegen) , Gesichtasymmetrie, (rechtseitige Neuritis des Gesichtsnervs ). Die Körpertemperatur stieg ab und zu bis 39o C.

Objektive Beobachtung: Haut und sichtbare Schleimhäute sauber und blass. Periphere Lymphknoten unwesentlich vergrößert (Durchmesser bis 0,5 cm), beweglich, elastisch, schmerzlos. Herztöne klingelnd, regelmäßig. Atmung hart; diffuse trockene Rasselgeräusche vorhanden.

Bauch weich, im epigastrischen und rechtem Unterrippenbereich schmerzhaft. Physiologische Funktionen unauffällig.

Am 04.03.2003 wurde die erste Transplantation der die hämopoetischen Embryo-Leberzellen enthaltenden Zellensuspension gemacht.

Nach Transplantation waren folgende Besserungen zu beobachten: Allgemein- und Emotionalzustand sowie Appetit wurde besser. Einige Tage später ließ Husten nach; es fiel der Patientin leichter, sich zu bewegen; die Körpertemperatur sank. Zwar bleibt die Lungenatmung hart, doch das Raspeln ist nicht mehr hörbar.

Am 29.04.2003 wurde wiederholt Transplantation desselben Musters, Volumen 2,5 ml, gemacht. Patientin wurde aus Familiengründen am 30.04.2003 im zufriedenstellenden Zustand entlassen.

Ab 13.05.2003 bis 17.07.2003 befand sich die Patientin erneut im AIDS-Bereich. Sie klagte nach wie vor auf Kopfschmerzen und Schwindel, Schmerzen in Knochen und Gelenken.

Die Körpertemperatur wurde nicht höher, Schlaf und Appetit sind normal, die Gesichtsasymmetrie nahm ab, Husten blieb aus; die Patientin konnte Kurzstrecke ohne Fremdhilfe hinterlegen.

Nach Entlassen aus der Klinik am 17.07.2003 war die Patientin zu Hause in Odessa. Dort hat sie herpes zoster am haarigen Kopfteil, mit Erhöhung der Körpertemperatur und enzephalopathischer Komplikation begleitet, durchgemacht. Eruptionen dauerten bis zum 4.08.2003.

Am 09.09.1993 traf die Patientin in den AIDS-Bereich ein. Sie hatte Beschwerden auf die sich auf beide Augenhöhlen verbreitenden Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen im Ruhezustand und bei Bewegung, Rigidität, Erhöhung der Körpertemperatur bis 37,3o C und 38,2o C, Schmerzen im epigastrischen Bereich, Husten mit dickflüssigem eitrigen Sputum. Die Atmung war hart, trockenes Raspeln war beiderseitig hörbar (19.10.2003 waren Pneumozysten auf 48% Blickfeld entdeckt).

Am 5.11.2003 wurde dritte Transplantation desselben Musters, Volumen 1,5 ml, gemacht. Am 9.11.2003 ließ Husten nach; Körpertemperatur war bei 37,2o C. Keine Pneumozysten waren sichtbar. Patientin wurde am 11.11.2003 im zufriedenstellenden Zustand entlassen.

Die Tabelle ist die Entwicklung der Labor- und immunologischen Werte zu entnehmen.

Datum CD3+
abs in mm3
%
CD4+
abs. in m3
%
CD8+
abs. in m3
%
HLADR
abs. in m3
%
CD4/CD8 SIg
abs. in m3
%
25.02.03 950
43,2
442
20,1
851
38,7
85
3,9
0,52 466
21,2

04.03.03 Transplantation I

09.03.03 407
23,2
414
23,7
405
23,2
453
25,9
1,02 252
14,4
18.03.03 1.807
42,3
1.115
26,1
572
13,4
594
19,9
1,94 449
10,5
01.04.03 1.690
47,1
793
22,1
377
10,5
384
10,7
2,1 459
12,8
13.04.03 1.512
39,8
604
15,9
840
22,9
380
10,2
0,69 433
11,4

29.04.03 Transplantation II

18.05.03 1.641
40,1
528
12,9
810
19,8
394
8,9
0,65 438
10,7
01.06.03 1.016
36,1
439
15,6
632
26,4
468
16,6
0,59 335
11,9
08.06.03 349
34,4
211
21,2
130
13,0
120
12,0
1,63 60
6,0
01.07.03 497
34,9
369
25,9
310
21,8
219
15,4
1,19 233
16,4
21.09.03 838
47,9
393
22,5
213
12,2
497
28,4
1,89 385
22,0
07.10.03 464
40,6
243
21,3
297
26,0
65
5,7
0,8 275
24,1
02.11.03 479
31,5
247
16,3
223
14,7
184
12,1
1,8 197
13,0

05.11.03 Transplantation III

11.11.03 512
33,7
340
22,4
275
18,1
165
10,9
1,23 82
5,4
23.11.03 319
31,6
87
9,9
83
9,5
183
20,8
1,04 91
10,4
07.12.03 284
22,1
160
12,5
204
15,9
90
7,0
0,78 137
10,7
06.01.04 763
43,9
347
20,0
507
29,2
330
19,0
0,68 358
20,5
10.02.04 1.184
70,0
159
9,4
487
28,8
398
23,5
0,33 311
18,4
17.03.04 1.113
51,4
400
18,5
1.072
49,5
258
11,9
0,37 147
6,8
04.10.04 737
67,0
308
28,0
544
55,0
176
16,0
0,51 34
3,1
15.03.05 499
54,0
143
15,5
323
35,0
213
23,0
0,44 240
26,0

16.03.05 Transplantation IV

20.04.05 1.003
59,0
357
21,0
510
30,0
255
15,0
0,70 408
24,0
15.09.05 928
76,0
379
31,0
501
41,0
220
18,0
0,76 354
29,0
13.04.06 619
68,0
291
32,0
528
58,0
155
17,0
0,55 200
22,0

16.04.06 Transplantation V

17.05.06 862
57,0
423
28,0
650
43,0
302
20,0
0,65 348
23,0
14.10.06 718
54,0
359
27,0
625
47,0
359
27,0
0,57 253
19,0

06.08.07 Transplantation VI

23.05.09 Beobachtung wird fortgesetzt.

Die Patientin Wohnt in Odessa und informiert uns mehrmals im Jahr über ihren Zustand. Jährlich wird sie von Spezialisten unserer Klinik im AIDS-Bereich des Instituts für Epidemiologie und Infektionserkrankungen untersucht. Patientin hat den Behandlungskurs aus sechs Transplantationen (die letzte im August 2007) durchgemacht. Heutzutage weisen die AIDS-Symptome keinen Fortschritt auf. Patientin hatte folgende Begleiterkrankungen: Kandidose der Mundschleimhaut, häufig rezidivierende chronische Bronchitis. Patientin führt aktives Leben, arbeitet im Einzelhandel.

Während des Krankheitsverlaufs und bis zu jetzigem Zeitpunkt weigert die Patientin, antiretrovitale Präparate zu nehmen. Sie kann AZT nicht vertragen. Diese Unverträglichkeit kam 2002 während des kurzen (zweimonatigen) Behandlungskurses mit diesem Präparat zu Ausdruck.

Der Zustand der Patientin ist z.Zt. zufriedenstellend. Die Beobachtung dauert an.

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